Okay, as my english is getting worse and worse and as I hate to reread my posts to correct them about Moldavia I am not going to write any more than this german text, which I wrote for the local newspaper in St.Gallen. Sorry no-german-speaking friends...
Zu Besuch in Moldawien
Bereits die Bahnfahrt von Bukarest nach Chisnia ist ein Erlebnis. Die Schlafwagen sind eingerichtet wie eine typische moldawische Stube: Bunte Teppiche im Gang und in den Abteilen, gelbe Vorhänge und geblümelte Bettwäsche. So gemütlich ist kein westeuropäischer Nachtzug. Im moldawischen Grenzstädtchen Ungheni gibt es zwei Stunden Aufenthalt: Wagen für Wagen wird auf einen neuen Rolluntersatz gehoben. Moldawien ist ehemalige Sowjetrepublik und die sowjetischen Eisenbahnschienen sind 20 cm breiter als die internationale Norm. Morgens um neun fährt der Zug in Chisinau ein. Zwischen den imposanten Bauten aus der Sowjetzeit sind auch einige gelbgestrichene Steinbauten aus dem 19. Jahrhundert und orthodoxe Kirchen mit Zwiebeltürmen. In einem Stadtteil breiten riesige Märkte aus. Von der Zahnbürste bis zum Fernseher ist alles zu haben. Den breiten Alleen entlang fahren überfüllte Busse. Das Ticket für einen Leu, knapp zehn Rappen, verkauft einem die Kontrolleurin direkt im Bus. Die Fahrt im Minibus, einem ausgebeulten, zwölfplätzigen Mercedesbus von Chisinau in die Provinzhauptstadt Calarasi kostet 16 Leu, etwas mehr als einen Franken. Die wenigsten besitzen ein eigenes Auto. Das Benzin ist zu teuer.
Der Minibus fährt, sobald alle Plätze besetzt sind. Das kann zehn Minuten oder zwei Stunden dauern. Die Landschaft ist hügelig wie das Appenzellerland aber die Vegetation ist wilder, die Hügelkuppen sind bewaldet. Manchmal sind Maisfelder oder Weinberge zu sehen. Am Strassenrand werden Wassermelonen zum Verkauf angeboten. Bei Tania Smolenschi zu Hause werden sie zum Dessert gegessen. «Es ist Wassermelonen-Saison » sagt Tania. « In Moldawien essen wir Früchte stets nur zur Saison, ausserhalb sind sie gar nicht zu kaufen ». Ich habe Tania während ihres Austauschsemesters in der Schweiz kennen gelernet. Jetzt reise ich für ein Studiensemester nach Russland. Auf meiner Reise besuche ich sie und ihre Familie in Calarasi.
Es mache keinen Sinn Moldawien mit der Schweiz zu vergleichen, sagt Tania. Es können nicht die selben Kriterien angewandt werden. Das Leben in Moldawien ist von anderen Sorgen geprägt als in der Schweiz. Obwohl die Löhne zehnfach tiefer sind, kosten Kleider oder Schuhe beinahe dasselbe wie in der Schweiz. Und « es gibt nie Ausverkauf », sagt Tania. Viele Moldawier wandern nach Westeuropa aus um für ihre Familie Geld zu verdienen. Dieses heimgesandte Geld mache den grössten Anteil des nationalen Bruttosozialprodukt aus, sagt Tania. Sie selbst studiert in Rumänien. Das Nachbarland gehört zur EU. Tania erhofft sich dadurch bessere Berufschancen.
In der Schweiz hat Tania die vielfältigen Freizeitangebote und die gesellschaftliche Verankererung des Sportes geschätzt. « Sogar Pensionierte sind in Sportclubs aktiv, Grossmütter fahren Velo, Bussinessmänner sind mit einem Trottinet unterwegs. Hier würde man mich schon für verrückt halten, wenn ich durch mein Quartier joggen würde ». Tania Quartier ist typisch für eine moldawische Kleinstadt. Nur die Hauptstrasse ist geteert. Die Seitenstrassen sind holprig und gleichen nach einem Regenguss einem Flussbett. Ein Mann treibt eine Ziegenherde vor sich hin. Vor einem Haus steht eine einfache Holzkutsche. An einem Tümpel sitzen Kinder und angeln. Entlang der Strassen stehen grüne Holzlattenzäune. Die Häuser sind aus grauem Stein, einstöckig und die Dächer sind mit scherenschnittartig-verziertem Blechwerk geschmückt. Immer wieder steht am Strassenrand ein überdachter Ziehbrunnen. « Viele Familien haben kein fliessend Wasser, sie teilen sich einen Ziehbrunnen in der Nachbarschaft».
Die Schweizer seien offener und unbesorgter als die Moldawier, sagt Tania. Die Gastfreundschaft hingegen ist in Moldawien wichtiger als in der Schweiz. Freunde und Verwandte werden häufig eingeladen und beinahe täglich gibt es spontanen Besuch, der gleich zum Essen miteingeladen wird. Eine moldawische Spezialität sind Sarmales: mit einer Mischung aus Reis-und Rindfleisch gefüllte Rebenblätter. Am Sonntag gibt es Schaschlik, grillierte Fleischspiesschen. Nach dem Essen bringt Tanias Mutter eine Schale gerösteter Sonnenblumenkerne auf den Gartentisch. « In der Schweiz ist das wohl Vogelfutter », scherzt Tanias Vater. Familie und Gäste knacken die Kerne zwischen den Zähnen, spucken die Schalen ins Gras.











